GLEICHGEWICHT

13. Dezember 2011 um 15:47 Uhr


Das sind zwei Männer, die auf einer Plattform stehen. Sie sind zwei der fünf Figuren, die in dem Puppentrickfilm “Balance” um selbige ringen, bis das Miteinander zum Gegeneinander wird… Eine düstere Parabel auf den menschlichen Egoismus und ein Kurzfilmklassiker. 1989 bekamen die Zwillingsbrüder Christoph und Wolfgang Lauenstein dafür den Oscar in der Kategorie “Bester animierter Kurzfilm”.
Heute zufällig wiederentdeckt.

Weiterführende Lektüre:
Wikipedia zum Film
Artikel im FREITAG

Kategorie Animation

BLEISTIFT-TAGE

11. Dezember 2011 um 11:53 Uhr


Das ist ein Plattenspieler. Er ist Teil der Geschichte, die der 26jährige Animationskünstler Denis Chapon mit seinem Bleistift erzählt. Drei Jahre lang zeichnete er täglich 12 Bilder auf die Rückseite bedruckter A4-Seiten – das ergab pro Tag eine animierte Sequenz von einer Sekunde. Herausgekommen ist ein schöner, surrealer Zeichentrickfilm.

Weiterführende Informationen:
Seite von Denis Chapon

Kategorie Animation

MUSCHELN SIND AUCH NUR MENSCHEN (Teil 2)

27. November 2011 um 11:46 Uhr


Das ist Marcel. Marcel ist eine Muschel wie andere Muscheln auch – nur mit dem Unterschied, dass er Schuhe trägt und ein Gesicht hat. Vor einem Jahr etwa habe ich den ersten Teil seiner Geschichte auf diese Seite geklebt, und zwar HIER.
Seit kurzem gibt es nun eine Fortsetzung, in der wir unter anderem erfahren, dass Marcel einen Käfer als Auto benutzt, in einem Stück Brot schläft und gern auf den Z-Tasten eines Laptops rumsteht. Außerdem wird er uns erklären, warum er oft lächelt: “Weil es die Sache wert ist.”

Kategorie Animation

GESUNDE INFEKTIONEN – VIRAL VIDEO AWARD

18. November 2011 um 22:00 Uhr


Das ist ein öffentliches Klo mit typischer, mehr oder weniger kunstvoller Kriegsbemalung. Diese fröhliche Nasszelle bildet die Kulisse für einen Animationsfilm, der beim gerade in Berlin zu Ende gegangenen Wettbewerb um den Viral Video Award 2011 den Hauptpreis gewonnen hat – lustig-frivole Kondomwerbung mit aufklärerischer Wirkung ohne Zeigefinger und mit einem orgiastisch-glücklichen Ende.

Den Preis für das beste politische Viral bekam Amnesty International für das Video “Standing up for Freedom”, das mittels beeindruckend animierter Streetart eine verstörende und berührende Geschichte erzählt.

Und der Publikumspreis beim Online-Voting ging an die Filmemacher des Anti-VW-Spots für Greenpeace:

Weiterführende Lektüre und alle anderen nominierten Videos gibt es hier, und der schöne Trailer zum Internationalen Kurzfilmfestival INTERFILM ist hier.

Kategorie Animation Film

GENAU WIE FRÜHER

um 20:02 Uhr


Das ist Diego. Links als Baby, rechts als Erwachsener.
Die Fotografin Irina Werning hat im Rahmen ihres Projekts “Back to the Future” jetzt schon zum zweiten Mal Leute in der gleichen Haltung, mit identischer Mimik und meist auch vor dem gleichen Hintergrund posieren lassen wie auf ihren eigenen Kinder- oder Jugendfotos. Toll.





Mehr Bilder und Details:
Back to the Future 1
Back to the Future 2

Kategorie Fotografie

AUS GOTTES PERSPEKTIVE

10. November 2011 um 13:53 Uhr


Das ist eine Szene aus dem Film “Eternal Sunshine of the Spotless Mind” von Michel Gondry. Die Einstellung wurde aus der so genannten Top Shot-Perspektive gefilmt, genau 90° über dem Geschehen – also gewissermaßen aus “God’s Eye View”. Im Video für den Song “Down Boy” der YEAH YEAH YEAHS gibt es jede Menge solcher Einstellungen aus vielen bekannten Filmen. Viel Spaß beim Raten…

Weiterreichende Lektüre:
Wer nicht raten will kann hier schmulen.

Kategorie Film Musik

THOMAS

3. November 2011 um 10:00 Uhr


Das ist mein Bruder Thomas. Ich habe das Foto gemacht, als ich ihn 1993 in San Francisco besuchte. Er wollte dort für ein paar Monate wohnen, um zu schreiben. “Komm doch einfach her”, hatte er am Telefon gesagt. “Es ist schön hier.”
In Berlin war kalter November, also nahm ich Urlaub und flog mit meiner neun Monate alten Tochter nach San Francisco. Mein Bruder holte uns vom Flughafen ab und wir fuhren zu seinem Apartment unweit von Fisherman’s Wharf. Wenige Stunden nach unserer Ankunft bekam ich Probleme mit dem Kreislauf, mir war schwindlig und übel. Thomas besorgte Tabletten gegen den Schwindel, brachte Babybrei mit und ein blaues Krümelmonster aus Plüsch, das aussah, als müsse es sich auch gleich übergeben.
Als es mir am nächsten Tag besser ging, lieh mein Bruder von der Verkäuferin im Lebensmittelgeschäft gegenüber einen Kinderwagen für meine Tochter. Er überließ uns sein Schlafzimmer und sagte, er würde auf der Couch schlafen. Allerdings sah ich ihn nie schlafend. Nachts hörte ich manchmal die Schreibmaschine, doch meistens lief er in der Wohnung umher, redete mit Leuten am Telefon oder mit sich selbst, hörte laute Musik, bearbeitete das Faxgerät, telefonierte wieder…
Tagsüber sah ich ihn kaum, weil ich mit meiner Tochter unterwegs war. Nur einmal saßen wir vor einem Café, aßen warme Waffeln, tranken Kaffee und rauchten. Da habe ich dieses Foto gemacht. Später gingen wir in ein kleines, von Arabern geführtes Elektrogeschäft, und während ich dort meinen Film zum Entwickeln abgab, ging Thomas mit dem Ladenbesitzer ins Hinterzimmer und kaufte etwas, das es vorne nicht gab. Etwas, das ihn auch in der folgenden Nacht wach halten würde und von dem er glaubte, dass es ihm beim Schreiben half. Manchmal half es. Und wenn es nicht half, machte es ihn wütend, traurig und einsam im schönen San Francisco.
Heute vor zehn Jahren ist Thomas gestorben. Obwohl wir uns nur selten gesehen und auch nicht immer gut verstanden haben – ich bin froh und stolz, dass ich seine Schwester sein durfte.

Zu seinem 10. Todestag gab’s in dieser Woche im rbb-Kulturradio eine halbstündige Sendung über Thomas (Autor: Bernd Dreiocker), zu hören hier oder hier unten:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Weiterführende Lektüre (ab 23. Februar 2012):
Ab jetzt ist Ruhe

Kategorie Literatur Meins

FAST FERTIG

31. Oktober 2011 um 16:35 Uhr

Kategorie Literatur Meins

SCHÖN SCHWARZ-WEISS: FRENCH MOVIE

29. Oktober 2011 um 11:54 Uhr


Das ist David Lehman, ein amerikanischer Dichter aus New York. Er erzählt den Plot eines typischen Film noir in zwei Minuten. Aus diesem Text hat der Filmemacher Scott Wenner einen Kurzfilm gemacht hat. French Movie.

Weiterführende Lektüre:
“French Movie” in der Textversion zum Mitlesen
The Best American Poetry

Kategorie Film Literatur

MACBETH MIT HAPPY END

20. Oktober 2011 um 14:22 Uhr


Das ist Macbeth. Wie man sehen kann, ist er schon tot. Allerdings nicht tot genug, um nicht aus seinem Drama fliehen zu können und nach dem Ende seiner Tage noch ein Liebesabenteuer zu suchen und zu finden – mit ein paar Hindernissen und einem glücklichen Ende.
Mourir Auprès de Toi (To Die By Your Side) ist ein wunderbarer Stopmotion-Film von Spike Jonze. Und den Abspann nicht verpassen…

Weiterführende Lektüre:
Interview mit Spike Jonez zum Film

Kategorie Animation Literatur