Das ist ein Kaugummi. Ausgespuckt und plattgemacht wie die meisten seiner Artgenossen. Doch dann kommt Ben Wilson und gibt ihrem Dasein einen neuen Sinn. Große Kunst.
Das sind drei Frauen, die offenbar nichts Gutes im Schilde führen, oder vielleicht doch?
Subtile und verstörende “Puppenspiele” wie diese kreiert Mark Hogancamp – das ist seine Art, ein traumatisches Erlebnis zu verarbeiten. Am 8. April 2000 wurde der Amerikaner vor einer Bar von fünf Männern fast totgeschlagen, nachdem er ihnen im Suff erzählt hatte, dass er gern Frauenkleider trage. Er erlitt schwere Kopfverletzungen, und als er nach neun Tagen aus dem Koma erwachte, hatte er einen großen Teil seines Gedächtnisses verloren. Mit achtunddreißig Jahren musste er wieder lernen zu essen, zu laufen und zu denken.
Nachdem Mark aus dem Krankenhaus entlassen wurde, begann er in seinem kleinen Garten ein fiktives belgisches Dorf zur Zeit des Zweiten Weltkrieges aufzubauen, im Maßstab 1:6. Er nannte den Ort MARWENCOL und bevölkerte ihn mit Puppen, für die seine Familie und seine Freunde Pate standen. Er inszenierte die Figuren in meist verstörenden Szenen, die er danach fotografierte. Ein New Yorker Galerist entdeckte die Fotos, und aus Marks selbsttherapeutischem Spiel wurde Kunst.
Ein preisgekrönter Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von Mark Hogancamp, vielleicht ist er ja irgendwann auch hier zu sehen.
Das ist ein Cartoon von Rube Goldberg. Er erfand den Erfinder Professor Lucifer Gorgonzola Butts, welcher die kompliziertesten Apperaturen konstruierte, um einfachste Tätigkeiten zu verrichten. Diese wiederum inspirierten den 26jährigen New Yorker “Kinetik-Künstler” Joseph Hersher so sehr, dass er selbst Maschinen baute, die “so absurd und nutzlos wie möglich” sein sollten…
In etwas größerem Format wurde eine Rube-Goldberg-Maschine im Video der amerikanischen Band OK Go nachgebaut, und zwar von der “Liga der außergewöhnlichen Nerds” (Syynlabs).
Das ist ein verlorener Turnschuh in einer Pfütze. Doch wenn man ihn näher betrachtet, ist es plötzlich ein großes Abenteuer, das zwei Leute erleben.
Seit 2006 erschafft der englische Streetart-Künstler Slinkachu Momente wie diese – verrückt, lustig, verstörend, einsam, normal…
Wie er das tut und warum, sieht man hier:
Das ist James Rizzi. Er war ein New Yorker Maler und ist gestern im Alter von 61 Jahren gestorben.
Ich kenne ihn nur, weil mir ein Freund mal einen Bildband von ihm geschenkt hat. Ich habe keine Ahnung von Kunst, doch die Bilder haben mir gefallen, weil sie bunt und lustig sind und weil man ständig grinsen muss. Rizzi hat sein New York gemalt, wie er es vermutlich gern sehen wollte: als großes Wimmelbild mit lachenden Hochhäusern und notorisch verliebten Einwohnern.
Das ist ein geteilter Himmel – links Paris, rechts New York. Der britische Filmemacher J.W. Griffiths war in beiden Städten, hat mit seiner Handy-Kamera identische Aufnahmen gemacht und diese zu seinem Kurzfilm “Splitscreen: A Love Story” montiert.
Diese bizarre Kreatur ist eine Portugiesische Galeere (Physalia physalis). Ihren Namen verdankt sie der segelförmigen, bläulich schimmernden Gasblase, die für den Antrieb des Tieres auf offenem Meer sorgt.
Das quallenartige Wesen nennt lange, lockige Tentakel ihr eigen, deren Gift sie zu den gefährlichsten Tieren der Welt macht.
Gefährlich und schön, dachten sich die Leute von Morphologic und machten aus dem Leben dieses Wesens ein “künstlerisches” Video.
Und jetzt noch eine andere Art des Studiums fremder Kulturen durch den Filmemacher, Comedian und Musiker Julian Smith, über den ich hier auch schon mal was reingeklebt habe. DAS ist Kunst.
Weiterführender Hinweis:
Nach eingehendem Studium der beiden Filme kann man die auch gleichzeitig gucken. Macht Spaß.
Das ist eine schlimme Splatterszene aus dem Trickfilm “Defective Detective” von Avne Geller und Stevie Lewis. Die beiden studieren am Ringling College of Art and Design in Florida und haben ein Jahr an dem Film gearbeitet. Er erzählt die Geschichte eines glücklosen Detektivs, der plötzlich die Chance wittert, bei der Oma über ihm den bösen “Schlächter” zu fangen…
Das ist ein fremder Mann. Er hat einen Namen, doch seinen Namen kennt man nicht. Auch der Fotograf, der dieses Bild gemacht hat, ist nicht berühmt – er selbst sagt von sich, er sei “Wochenendfotograf”. Er heißt Danny Santos II, lebt in Singapur und macht seit zwei Jahren Porträts wildfremder Leute, die er auf einer Straße seiner Stadt trifft und einfach anspricht. Mehr als 100 Porträts sind auf diese Weise entstanden.
Aber er macht auch andere tolle Straßenfotos:
Das ist Bill Murray. Er ist einer der Lieblingsschauspieler des Regisseurs Wes Anderson, weshalb dieser ihn auch oft und gern in seinen Filmen besetzt. Und weil Bill Murray seinerseits Wes Anderson gut leiden kann, sagt er ihm auch für die kleinste Rolle zu (wie z. Bsp. in Darjeeling Limited).
Der Maler Casey Weldon findet beide gut und fragte sich, wie Murray wohl aussähe, hätte er alle Rollen bei Wes Anderson gespielt. Und man muss gestehen: Die Ähnlichkeit mit Gwyneth Paltrow als Margot Tenenbaum ist schon frappierend, oder?
Im Uhrzeigersinn: Max Fischer (Rushmore); Chas Tenenbaum (The Royal Tenenbaums); Anne-Marie Sakowitz (Die Tiefseetaucher); Margot Helen Tenenbaum (The Royal Tenenbaums); Francis (Darjeeling Limited); Richie Tenenbaum (The Royal Tenenbaums)
Und hier zur Unterhaltung und Erbauung noch der Trailer zu dem wunderbaren Film “The Royal Tenenbaums”