WIE VIELE SIND WIR EIGENTLICH NOCH

20. Januar 2015 um 00:24 Uhr

Wie viele sind wir eigentlich noch.
Der dort an der Kreuzung stand,
war das nicht von uns einer.
Jetzt trägt er eine Brille ohne Rand.
Wir hätten ihn fast nicht erkannt.

Wie viele sind wir eigentlich noch.
War das nicht der mit der Jimi-Hendrix-Platte.
Jetzt soll er Ingenieur sein.
Jetzt trägt er einen Anzug und Krawatte.
Wir sind die Aufgeregten. er ist der Satte.

Wer sind wir eigentlich noch.
Wollen wir gehen. Was wollen wir finden.
Welchen Namen hat dieses Loch,
in dem wir, einer nach dem andern, verschwinden.

Gedicht von Thomas Brasch (1945-2001)
Erstmalig erschienen 1975, Poesiealbum 89 (Verlag Neues Leben)

Musik: Soul Coughing (Screenwriter’s Blues), Bill Frisell (Untitled)

ZEIG MIR DEIN BADEZIMMER …

3. Januar 2015 um 19:02 Uhr

WadebanneDas ist ein Mensch in der Badewanne. Eine Wanne, wie sie vermutlich in vielen Badezimmern steht. 26 davon hat der britische Regisseur Peter Greenaway 1985 in einem halbstündigen Kurzfilm porträtiert. Er sollte am Anfang der Serie “Inside Rooms” stehen, in der noch Filme über die Wohn-, Schlaf- und anderen Zimmer der Engländer folgen sollten. Leider kam es nicht dazu. Um so kostbarer ist dieser kleine Film, in dem Greenaway mit Ironie und Empathie die Badezimmer und ihre Besitzer “erzählt”.
Wie so oft bei ihm, ist auch dieser Film alphabetisch strukturiert (L = Lost Soap, W = Washing the Dog), und die Musik stammt (auch wie so oft) von Michael Nyman.

Weiterführende Lektüre:
Greenaways Website zum Film

Kategorie Film

2014

31. Dezember 2014 um 17:07 Uhr


Eine Sekunde am Tag und ein Peng zum Schluss.

Kategorie Meins Sekunde

DIE WAHRHEIT – SILVESTERTALKRADIO

30. Dezember 2014 um 12:44 Uhr


Das ist ein Radio. Und es soll Leute geben, die Silvester so ein Ding anmachen. In diesem Fall würde ich mal ganz eingennützig radioeins empfehlen, denn da gibt’s von 19 bis 23 Uhr wieder den Wahrheitstalk.
Das Prinzip: Hörer rufen an, sagen eine Zahl zwischen 1 und 70 und bekommen eine Frage, die sie so ehrlich wie möglich beantworten sollen. Zum Beispiel:

Wann warst Du das letzte Mal schadenfroh?
Glaubst du an die “Macht des Schicksals” oder ist alles Zufall?
Wann hast du dich zuletzt dabei ertappt, intolerant zu sein?
Kannst du dich an eine Begebenheit erinnern, in der du besonders nachtragend warst?
Welche Menschen, Orte, Gegenstände würdest du Außerirdischen zeigen, die das erste Mal die Erde besuchen?
Wann bist du das letzte Mal über deinen Schatten gesprungen?
Wie stellst du dir dein Leben in zehn Jahren vor?
Welche Hoffnung hast du noch nicht aufgegeben?
Wenn Du morgen früh mit einer neuen Begabung oder einem Talent aufwachen könntest, welche Begabung oder welches Talent wäre das?

Aus Fragen werden Antworten, aus Antworten werden Geschichten. Vielleicht. Hoffentlich. Mal sehen bzw. hören. Wie gesagt: 31.12.2014, ab 19 Uhr, radioeins. Telefon: 0331-7099111

Kategorie Allgemein Meins Radio

WEIHNACHTEN IM DIGITAL

24. Dezember 2014 um 13:55 Uhr


Das ist eine SMS vom Erzengel Gabriel an die Jungfrau Maria. Er teilt ihr mit, dass sie einem gewissen Sohn Gottes das Leben schenken werde.
In dem schönen Video unten kann man sehen, wie die Geschichte mit Jesus abgelaufen wäre, hätten die Leute damals schon das ganze moderne Zeug gehabt. Ausgedacht hat sich das die portugiesische Softwarefirma Excentric.
Besonders lustig der Routenplaner von Google Maps:


Und hier jetzt die ganze schöne, schräge Weihnachtsgeschichte:

Kategorie Animation

WIE DER WEIHNACHTSMANN ZU SEINEM BERUF KAM

13. Dezember 2014 um 17:58 Uhr


© Matthias Friedrich

Gleich ist übrigens Weihnachten, und deshalb gibt es auch in diesem Jahr wieder die Weihnachtsgeschichte, der Weihnachten egal ist.
Hergestellt habe ich sie gemeinsam mit Stefan Kaminski, der alle Rollen gesprochen hat. Gute Unterhaltung.


Kategorie Literatur Meins Radio

FAIRYTALE OF NEW YORK

um 13:34 Uhr


Das sind Kirsty MacColl und Shane MacGowan. Gemeinsam haben sie vor 27 Jahren den etwas anderen Weihnachtssong FAIRYTALE OF NEW YORK aufgenommen. Kirsty MacColl lebt nicht mehr und Shane MacGowan wurde von den POGUES gefeuert. Das ändert nichts daran, dass FAIRYTALE OF NEW YORK der vermutlich coolste Weihnachtssong ist und bleibt …

Und er ist vermutlich der einzige Weihnachtssong, der seine eigene Doku bekommen hat.

Weiterführende Lektüre:
Die Geschichte hinter dem Song im THE GUARDIAN

Kategorie Musik

BLAUHARZ oder DER TISCH DES VERGESSENS

11. Dezember 2014 um 10:13 Uhr

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Das ist Blauharz. Ich hatte bisher angenommen, diese merkwürdige Substanz sei lediglich ein Produkt meiner Phantasie, doch es existiert wirklich und kann sogar zu wundersam leuchtenden Möbeln verarbeitet werden.

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In Wirklichkeit handelt es sich jedoch nicht um Blauharz, sondern um ein Kunstharz, dem phosphoreszierendes Pulver zugefügt wurde. Schön.


(via Das Kraftfuttermischwerk)

DER WETTERMANN

9. Dezember 2014 um 18:55 Uhr

Mann mit Vogel
Das ist Vyacheslav Korotki. Er ist 63 und arbeitet in einer Wetterstation in der Arktis. Dort lebt er ganz allein. Die nächste Stadt ist eine Stunde mit dem Helikopter entfernt.
Die russische Fotografin Jewgenia Arbugajewa – selbst ein Kind der Arktis – hat ihn dort besucht und fotografiert. Dem Magazin THE NEW YORKER erzählte sie: “Die Welt der Städte ist ihm fremd, er akzeptiert sie nicht. Ich kam zu ihm mit der Vorstellung, er sei ein einsamer Mann, der sich wegen irgendeines Dramas hierher geflüchtet habe. Doch das war falsch. Er fühlt sich niemals einsam. Er verschwindet gleichsam in der Tundra und den Schneestürmen … Es ist, als wäre er selbst der Wind oder das Wetter.”

Boot
Obst
FunkgerätFenster
Mehr Fotos auf der Website der Fotografin
(Danke, Michael Herrmann)

Kategorie Fotografie

MEIN BERLIN, DEIN BERLIN

6. Dezember 2014 um 10:42 Uhr

MarionBraschBSRudiArndt
Das bin ich. Ich trage einen Arbeitskittel, denn ich bin Lehrling und stehe im Hinterhof meiner Berufsschule, an der ich vor vielen Jahren Schriftsetzer gelernt habe. Das Foto habe ich für eine Fernsehdokumentation wieder rausgekramt, in der sechs Leute (drei aus Ost- und drei aus Westberlin) einander jeweils einen für sie wichtigen Ort zeigen.

Die Paarungen:
Christian “Flake” Lorenz und Hagen Liebing

Meret Becker und Andrej Hermlin

Barnaby Metschurat und icke

Der komplette Film von Tim Evers und Jens Staeder läuft am Dienstag, 9. Dezember 2014, 21 Uhr im RBB-Fernsehen.