FEBRUAR 2015

28. Februar 2015 um 16:44 Uhr


Eine Sekunde am Tag.

Kategorie Meins Sekunde

KLAUS

22. Februar 2015 um 23:04 Uhr


Das ist mein Bruder Klaus. Am 23. Februar wäre er 65 Jahre alt geworden.
Unser großer Bruder Thomas hat ihm ein schönes Gedicht geschrieben und das geht so:

Meinem Bruder

schreibe ich Briefe er lebt
in einer andern Stadt und hat
ein freundliches Gesicht. Oft
antwortet er. Seine Worte sind
Kinder und bärtige Greise an Stöcken.
Die wandern von ihm zu mir.
Einen Tee bereite ich ihnen, sie sehen
müde aus vom langen Weg.
Dann setzen wir uns in den Regen und singen.
Mit den Kindern spiel ich Versteck und die Alten
blicken mich nachdenklich an.
Morgens sind sie wieder auf der Straße zurück
und winken. Mein Bruder lebt
in einer andern Stadt und hat
ein freundliches Gesicht und gute Worte.

(Thomas Brasch)

Kategorie Film Meins

ÜBERNACHTEN

21. Februar 2015 um 17:00 Uhr

Harald
Das ist Harald. Er ist 54 Jahre alt und lebt seit fast achtzehn Jahren auf der Straße. “Übernachten” ist der erste Teil der Serie “Mahlzeit gegen Geschichte” von probono TV, für die Obdachlose eingeladen werden, von ihrem Leben zu erzählen.

Kategorie Allgemein Internet

SEX MIT GOTT

11. Februar 2015 um 12:09 Uhr

Graham
Das ist Graham. Er lebt mit seiner tyrannischen Mutter unter einem Dach und arbeitet in ihrem christlichen Buchladen. Graham ist einsam und sehnt sich nach körperlicher Liebe. Und weil er zutiefst religiös ist, hätte er gern Sex mit Gott persönlich. Der einzige, der diesen Wunsch verstehen kann, ist der vorwitzige Rabe in seinem Käfig. Und eines Tages scheint Graham der Erfüllung seines Wunsches ganz nah zu sein …
“For the Love of God” ist ein schön verstörender Animationsfilm des britischen Filmemachers Joe Tucker aus dem Jahr 2007.

For the Love of God from Joe Tucker on Vimeo.

Kategorie Animation

70 JAHRE THOMAS BRASCH

8. Februar 2015 um 11:31 Uhr

Thomas Gitarre
Das ist mein Bruder Thomas. Das Foto muss in den 70ern entstanden sein, als man noch diese Koteletten trug. Am 19. Februar 2015 wäre er nun auch in seinen 70ern. Das ist eine seltsame Vorstellung, weil er jetzt älter wäre, als mein Vater je geworden ist und weil ich mir meinen Bruder als älteren Mann einfach nicht vorstellen kann.
Am 3. Februar gab es in Leipzig einen Abend für Thomas Brasch mit Texten, Szenen, Filmen. Und das war ungefähr so …

Kategorie Literatur Meins

JANUAR 2015

31. Januar 2015 um 18:18 Uhr


Eine Sekunde am Tag

Kategorie Meins Sekunde

WIE VIELE SIND WIR EIGENTLICH NOCH

20. Januar 2015 um 00:24 Uhr

Wie viele sind wir eigentlich noch.
Der dort an der Kreuzung stand,
war das nicht von uns einer.
Jetzt trägt er eine Brille ohne Rand.
Wir hätten ihn fast nicht erkannt.

Wie viele sind wir eigentlich noch.
War das nicht der mit der Jimi-Hendrix-Platte.
Jetzt soll er Ingenieur sein.
Jetzt trägt er einen Anzug und Krawatte.
Wir sind die Aufgeregten. er ist der Satte.

Wer sind wir eigentlich noch.
Wollen wir gehen. Was wollen wir finden.
Welchen Namen hat dieses Loch,
in dem wir, einer nach dem andern, verschwinden.

Gedicht von Thomas Brasch (1945-2001)
Erstmalig erschienen 1975, Poesiealbum 89 (Verlag Neues Leben)

Musik: Soul Coughing (Screenwriter’s Blues), Bill Frisell (Untitled)

ZEIG MIR DEIN BADEZIMMER …

3. Januar 2015 um 19:02 Uhr

WadebanneDas ist ein Mensch in der Badewanne. Eine Wanne, wie sie vermutlich in vielen Badezimmern steht. 26 davon hat der britische Regisseur Peter Greenaway 1985 in einem halbstündigen Kurzfilm porträtiert. Er sollte am Anfang der Serie “Inside Rooms” stehen, in der noch Filme über die Wohn-, Schlaf- und anderen Zimmer der Engländer folgen sollten. Leider kam es nicht dazu. Um so kostbarer ist dieser kleine Film, in dem Greenaway mit Ironie und Empathie die Badezimmer und ihre Besitzer “erzählt”.
Wie so oft bei ihm, ist auch dieser Film alphabetisch strukturiert (L = Lost Soap, W = Washing the Dog), und die Musik stammt (auch wie so oft) von Michael Nyman.

Weiterführende Lektüre:
Greenaways Website zum Film

Kategorie Film

2014

31. Dezember 2014 um 17:07 Uhr


Eine Sekunde am Tag und ein Peng zum Schluss.

Kategorie Meins Sekunde

DIE WAHRHEIT – SILVESTERTALKRADIO

30. Dezember 2014 um 12:44 Uhr


Das ist ein Radio. Und es soll Leute geben, die Silvester so ein Ding anmachen. In diesem Fall würde ich mal ganz eingennützig radioeins empfehlen, denn da gibt’s von 19 bis 23 Uhr wieder den Wahrheitstalk.
Das Prinzip: Hörer rufen an, sagen eine Zahl zwischen 1 und 70 und bekommen eine Frage, die sie so ehrlich wie möglich beantworten sollen. Zum Beispiel:

Wann warst Du das letzte Mal schadenfroh?
Glaubst du an die “Macht des Schicksals” oder ist alles Zufall?
Wann hast du dich zuletzt dabei ertappt, intolerant zu sein?
Kannst du dich an eine Begebenheit erinnern, in der du besonders nachtragend warst?
Welche Menschen, Orte, Gegenstände würdest du Außerirdischen zeigen, die das erste Mal die Erde besuchen?
Wann bist du das letzte Mal über deinen Schatten gesprungen?
Wie stellst du dir dein Leben in zehn Jahren vor?
Welche Hoffnung hast du noch nicht aufgegeben?
Wenn Du morgen früh mit einer neuen Begabung oder einem Talent aufwachen könntest, welche Begabung oder welches Talent wäre das?

Aus Fragen werden Antworten, aus Antworten werden Geschichten. Vielleicht. Hoffentlich. Mal sehen bzw. hören. Wie gesagt: 31.12.2014, ab 19 Uhr, radioeins. Telefon: 0331-7099111

Kategorie Allgemein Meins Radio